Mustangs Arizona

Auf einen Blick

Mustangs ziehen seit Jahrtausenden (*) über die endlosen Weiten des amerikanischen Kontinents. Mit ihnen, in geringerer Anzahl, die Wildesel. Besonders die Mustangs erfuhren Bewunderung und Wertschätzung. Viele Menschen verbinden mit ihnen Freiheit und Stärke, ihr ungezähmtes Wesen machte die wilden Pferde Amerikas berühmt. Doch was passiert heute mit ihnen, den Mustangs und damit dem lebenden Mythos des wilden Westens?

Die Wildpferde und -esel leben zu großen Teilen auf öffentlichen Ländereien (Public Land) der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Gebiete gehören somit allen Bürgerinnen und Bürgern der USA. Verwaltet werden die Flächen von staatlichen Behörden, die größte davon ist das BLM (Bureau of Landmanagement).

Die Verwaltung erfolgt im Sinne und zum Wohl des amerikanischen Volkes, definiert das BLM seine Arbeit. Daher müssen auch wirtschaftliche Interessen von Investoren, Firmen und Unternehmen berücksichtigt werden. Diese stehen im Konflikt mit dem Überleben der Mustangs und Wildesel in freier Wildbahn.

Das Land wird hauptsächlich für die Fleischproduktion, für den Bergbau sowie für die Gewinnung von Öl und Uran genutzt. Mit entsprechend langfristigen Konsequenzen für die betreffenden Landstriche. Von diesen Folgen ist nicht nur der Mustang und der Wildesel betroffen, sondern insgesamt sind riesige Gebiete und Lebensräume mit ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt bedroht.

Tagebau neben einem HMA
Tagebau neben einem HMA (Herd Management Area) im Owyhee Complex/USA
(Foto: Laura Leigh/ Wild Horse Education)

Da das Land zum Wohl der Allgemeinheit verwaltet wird, muss der Steuerzahler für seine Unterhaltung aufkommen. Somit finanzieren die BürgerInnen der USA auch die Verfahrensweise der Behörden mit den Wildpferden und -eseln. Viele AmerikanerInnen wehren sich gegen das Einfangen ihrer Mustangs, zumal 1971 ein Gesetz erlassen wurde, das den Schutz und somit die Unversehrtheit der Tiere garantieren sollte.

files/inhaltbilder/Gaertnerei/law.JPGQuelle: BLM 

Bilanz eines Managements (Quelle: AWHP)

  • rund 270 000 Mustangs und Wildesel wurden seit 1971 von öffentlichen Land durch das BLM entfernt
  • ca 37 000 Tiere befinden sich lt. BLM noch auf den Puplic Lands
  • Ihre Anzahl soll weiterhin bis auf rd 26 500 reduziert werden
  • 22,2 Mio Acres einstiger Wildpferdegebiete gingen seit 1971 verloren
  • 5 von 8 Pferden leben heute in den Holdingfacilities des BLM
  • 50 : 1 Rinder vs Wildpferde auf öffentlichem Land
  • 70% der Wildpferdeherden wurden auf ein genetisch nicht lebensfähiges Niveau reduziert

Mustangkinder in den Holdingfacilities des BLM
Mustangabsetzer (Owyhee) in den Holdingfacilities des BLM warten auf ein neues Zuhause
(Quelle: Wild Horse Education)

 

Wie die Zukunft von Amerikas Wildpferden und -eseln aussieht ist momentan ungewiss. Tatsache aber bleibt, dass, wenn nicht umgehend die Verwaltung der öffentlichen Ländereien der USA reformiert wird, der Mustang bald nur noch als Legende auf den Seiten verstaubter Bücher galoppiert.