Portrait BLM

Das Bureau of Landmanagement (BLM) verwaltet die größte Fläche der öffentlichen Ländereien in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mehr als 242 Millionen Acres befinden sich aktuell im Verwaltungsbereich der Bundesbehörde. Das BLM definiert seine Tätigkeiten im Sinne der Mehrfachnutzung der Public Lands und zum Wohl des amerikanischen Volkes. Die Behörde least Flächen für die Gewinnung von Energie, den Abbau von Bodenschätzen und für die Tierproduktion. 26,9 Millionen Acres der öffentlichen Gebiete sind für das Management der wildlebenden Mustang- und Eselherden vorgesehen.

files/inhaltbilder/Gaertnerei/portraitstud.JPGGeschichte
1959 wurde das Gesetz 86-234 (Public Law 86-234) erlassen, welches sowohl die Verwendung von motorisierten Fahrzeugen untersagte, um Wildpferde einzufangen, als auch die Vergiftung von Wasserquellen verbot, um die Tiere zu töten.
Dieses Gesetzt wurde unter dem Namen „Wild Horse Annie Law“ bekannt. Die Pionierin Velma Johnston aka „Wild Horse Annie“ war die erste Frau Amerikas, die sich öffentlich für den Erhalt des amerikanischen Wildpferdes einsetzte. Leider konnte das Gesetz in der Praxis kaum durchgesetzt werden. Weitere Schritte waren notwendig.

1971 verabschiedete der Kongress das Wild Horse Annie Law und unterzeichnete ein Gesetz, das den Wildpferden und -eseln in Amerika allumfassenden Schutz garantieren sollte. Der sogenannte „Wild Free Roaming Horse and Burro Act“ wurde ins Leben gerufen, um das brutale Abtreiben und Töten der wilden Herden zu stoppen.

§ 1331 besagt, dass der Kongress freilebende Pferde und Esel als Symbole des historischen Pioniergeistes des Westens ansehe, die zur Vielfalt von Lebensformen einer Nation beitragen und das Leben des amerikanischen Volkes bereichern. Allerdings würden die Wildpferde und -esel allzu schnell verschwinden, deswegen habe der Kongress sich die Aufgabe gestellt, die Tiere vor ihrer Gefangennahme, dem Setzen von Brandzeichen, jeglicher allgemeinen Störung sowie vor ihrem Tod zu bewahren.

Um dieses Ziel zu erreichen müssen amerikanische Wildpferde und -esel als integraler Bestandteil natürlicher Lebensräume, auf öffentlichen Ländereien, anerkannt werden. Der Kongress übergibt deshalb die Zuständigkeit für das Management der wildlebenden Herden den Behörden für Landwirtschaft. 

Somit wurde das BLM oder Bureau of Landmanagement das größte Unternehmen in der Geschichte der USA, das,  in Verbindung mit dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, wilde Pferde und Esel auf öffentlichen Ländereien verwaltet und betreut.

Von 1971 – 1974 wurde es Einheimischen erlaubt  Wildpferde und -esel von Flächen zu „entfernen“, die als Privateigentum galten. Gerüchten zufolge wurden damals die Tiere nicht nur eingefangen, sondern erschossen.

Quelle sowie weitere Informationen, inklusive Screenshots von Berichten: Wild Horse Education

Aktuelle Situation

Seit 1974 hat sich vieles auf den und für die öffentlichen Flächen der Vereinigten Staaten von Amerika verändert. Als damals der "Wild Horse and Burro Act" durch den Kongress ging, standen Weidevieh und ein paar Bergbauprojekte in Konkurrenz zu Wildpferden und öffentlichen Ressourcen. Heute stehen wir vor einem Szenario, dass 2008 von dem damaligen Innenminister Ken Salazar als „Industrialisierung von öffentlichen Flächen“ bezeichnet wurde. Sowohl Frackingunternehmen (Öl & Gas), Bergbau als auch Solar- und Geothermie sowie Millionen Rinder der Fleischindustrie haben das Bild der einstigen Wildnis auf den „Puplic Lands“ für immer verändert.

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Foto: Laura Leigh/WHE

Zahlen 
BLM Statement: „Das Bureau of Landmanagement schätzt, dass sich derzeit etwa 37300 wilde Pferde und Esel (rund 31500 Pferde und 5800 Esel) in 10 Bundesstaaten der USA auf die vom BLM verwalteten Flächen befinden. Diese Angaben wurden auf Grundlage der Daten vom Februar 2012 erstellt.“

Im Kontrast dazu befinden sich momentan über 50000 Tiere in den Anlagen (Longterm- und Shorttermfacilities) des BLM. Die meisten der Wildpferdeorganisationen sind sich allerdings einig, dass, nach ihren eigenen Schätzungen, sich höchstens noch 20000 – 25000 Tiere in freier Wildbahn aufhalten. In den letzten drei Jahren hat das BLM fast 10000 Tiere pro Jahr eingefangen.

Obwohl das Bureau of Landmanagement angibt keine Wildpferde und -esel an Schlachthöfe zu verkaufen, hat eine aktuelle Untersuchung, an der auch Wild Horse Education beteiligt war, ergeben, dass über 1700 Pferde an einen bekannten Kill-Buyer verkauft wurden. (Killbuyer werden die Händler genannt, die in den USA Pferde zum schlachten aufkaufen)

Hinweis: Die Schlachtung von Pferden ist allgemein in den USA illegal. Die Tiere werden somit über die Grenze nach Kanada oder Mexiko geschmuggelt und dort ihrer Bestimmung übergeben.

Das BLM hat Adoptionsprogramme entwickelt, in denen Interessierte Mustangs und Wildesel übernehmen können. Diese Adoptionen gelten nicht als Verkäufe, es wird eine Vermittlungsgebühr erhoben. Der Kongress entwickelte ein Gesetz, das die Mustangs und Wildesel vor dem Verkauf an Schlachter beschützen sollte. 
Quelle: Wild Horse Education

Heute arbeiten Wildpferdeorganisationen und sogenannte Wild Horse Advocates Lösungen aus, um die dysfunktionalen Programme des BLM zu verändern und sie damit im Sinne der Mustangs und Wildesel zu verbessern. 

Aktuell befinden sich weit mehr Tiere in Gefangenschaft als in Freiheit. Wildpferde landen in den Schlachthöfen, es gibt einen klaren Mangel an Daten und Transparenz. Entscheidungen wurden im Interesse der Industrie getroffen, anstelle der Wissenschaft. Es existiert ein Programm des BLM, das die Vertreibung und somit Auslöschung der Wildpferdeherden als geeignete Lösung bezeichnet. Stattdessen müssten Behörden an einem nachhaltigen Plan arbeiten, der die Tiere erhält.
Somit verlieren wir Herden an ein Management, das den privaten Profit vorzieht, statt das öffentliche Land und seine Wildnis zu erhalten. Die heute noch freilebenden Wildpferde und -esel wurden derart dezimiert, dass mehr als 70% der Herden, vermutlich und aufgrund der nun fehlenden genetischen Vielfalt, auf Dauer in freier Wildbahn nicht mehr bestehen können.

Quelle: Wild Horse Education