Fakten vs. Behauptungen

Aufgrund der von der Allgemeinheit erhobenen massiven Fragen, Vorwürfe und Proteste bezüglich des Wildpferdemanagements, stellt das BLM auf seiner Webseite ein Informationspaket für die Öffentlichkeit und Presse zur Verfügung. Das Blatt gibt einen Überblick über die Situation der Wildpferde und -esel aus Sicht der Behörde. Wild Horse Education hat die Informationen, mit den von ihnen recherchierten Fakten, verglichen.

files/tiny_templates/burro in holding.jpgVorwurf Nr.1: Das BLM verkauft Wildpferde an Schlachthöfe
Antwort BLM: Der Vorwurf ist falsch. Dem Department of the Interior und dem Bureau of Land Management liegt das Wohlergehen der Wildpferde (sowohl in der Wildnis als auch in den Holding Facilities) sehr am Herzen. Das BML hat und wird keine Pferde und Esel an Schlachter verkaufen.

Folglich, und wie das Government Accountability Office (gao.gov) in seinem Bericht/Oktober 2008 bemerkte, stimmt das BLM nicht mit dem sogenannten „Burns Amendment (Änderungen)“ des 1971 erstellten "Wild Free Roaming Horse and Burro Act" überein, die die Behörde in Verbindung bringt, Pferde und Esel, ohne Beschränkung, an jeden interessierten Käufer zu veräußern.

 


Foto: WHE/Laura Leigh

Reaktion Wild Horse Education: Das BLM verkaufte Pferde an die sogenannten Kill-Buyer. Die Behörde kümmerte sich nicht um den Verbleib der Tiere und ignorierte die Besorgnis der Öffentlichkeit.
Nachdem diesbezüglich die Kritik und Kontrollen zunahmen, fing der Hauptverantwortliche für den Bundesstaat Utah, Gus Warr, zwei Wagenladungen Wildpferde ab, die für den Schlachthof bestimmt waren. Zwei Männer aus Utah, Robert Wilford Capson und Dennis Kay Kunz, wurden nach einer Untersuchung durch das BLM, von einer Federal Grand Jury angeklagt. Die Männer müssen sich vor Gericht wegen Datenbetrugs und falschen Aussagen verantworten, nachdem Büro-Agenten 64 Pferde beschlagnahmten, die sich auf der Fahrt zu einem mexikanischen Schlachthof befanden.

In einem Interview mit KSL TV in Salt Lake sagte der Angeklagte Dennis Kunz: „Das BLM versucht nur mich in ein schlechtes Licht zu stellen. Die gesamte Operation war ein abgekartetes Spiel, um das BLM gut aussehen zu lassen für die zukünftige Finanzierung ihres Wildpferdeprogramms.“

Eine private Untersuchung des Journalisten David Philipps, in Zusammenarbeit mit Wild Horse Education, deckte einmal mehr auf, dass das BLM wissentlich an Kill-Buyer verkauft. Phillips Arbeit wurde auf ProPubica veröffentlicht, ein Interview mit ihm und Democray Now kann hier angesehen werden.

Aktuell wird der Verkauf von mehr als 1700 Pferden vom BLM an den Pferdeaufkäufer Tom Davis/Colorado diskutiert. Der Verbleib der Tiere ist zur Zeit unbekannt. Davis selbst ist seit langem ein Befürworter der Schlachtung von Pferden. Nach eigenen Angaben hat er Wege gefunden, die Gesetze Colorados zu umgehen und somit Pferde über die Grenze gebracht. Wo diese landen, sagt er nicht. Er fährt fort, Pferde von Indianer-Reservationen aufzukaufen, da die dortige Gesetzeslage sich von der allgemeinen unterscheide und die Pferde somit nicht mehr geschützt sind. Seit 2010 sucht Davis Investoren, um einen Schlachthof für Pferde betreiben zu können. Trotzdem verkauft das BLM an diesen Händler weiterhin Wildpferde. Allerdings schlug der Fall derart heftige Wellen, dass das BLM nun der Öffentlichkeit versicherte, die Angelegenheit untersuchen zu lassen. Noch aber, sind keine Einzelheiten darüber bekannt.

(Hinweis: Das BLM veräußert Wildpferde, die seiner Ansicht nach, nicht für eine Vermittlung/Adoption taugen. Genaue Angaben, was genau ein Pferd als vermittlungswürdig einstuft, sind noch nicht klar definiert. Die Kosten pro Pferd belaufen sich um $10.00/Tier je Truckladung. Das BLM führt keine Überprüfungen durch, die der Öffentlichkeit zugänglich sind und die Klarheit über den Verbleib verkaufter Tiere erlauben.)

Wildpferde aus Long-Term-Holding Facilities, die per Truckladung verkauft werden, sollen nicht von Einzelpersonen adoptiert werden können. Das BLM gewährt der Öffentlichkeit keinen Zugang zu diesen Einrichtungen. Anfragen von Privatpersonen, die Pferde aus den Long Term Holdings erwerben wollten, wurden vom BLM abgelehnt. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass es zu schwierig sei, den Verbleib der Tiere zu verfolgen. Gleichzeitig gibt das BLM an, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Pferde in ein „gutes Zuhause“ zu vermitteln. 
Link: BLM zum Verkauf 
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Vorwurf Nr.2: Die Pferde werden in überfüllten Ausläufen gehalten
Antwort BLM: Die Behauptung ist falsch. Die BLM Short Term Holdings/Ausläufe bieten den Pferden ausreichend Platz, sie erhalten sauberes Wasser und Futter, während die Long Term Holding Facilities Weiden auf großen Ranches sind, die hauptsächlich in Kansas und Oklahoma angesiedelt wurden. Dort haben die Pferde die Möglichkeit, sich frei auf 292000 Acres Grünland zu bewegen.

Reaktion Wild Horse Education: Es ist unsere Überzeugung, dass das BLM deshalb diese Beschreibung seiner Holding Pens herausgab, da es sich dem öffentlichen Vorwurf gegenübersah, die Pferde „Hintern an Hintern“, also auf viel zu engem Raum, zu halten.

Um die Pferde in der Wildnis einzufangen, stellt das BLM dort vorübergehend Gehege und Ausläufe auf, in die die Pferde getrieben werden, bevor man sie in die Short Term Holding Pens transportiert. Die Fallen und temporär aufgestellten Ausläufe können sehr überfüllt sein. 

Sobald die Tiere in den Short Term Holdings ankommen, erhalten sie ein Brandzeichen und werden selektiert. Die dortigen Bedingungen der Ausläufe erinnern an sogenannte „Feedlots“. (Begriff für eine „Sammelstelle“ für Nutzvieh, das dort bis zu seiner Schlachtung gemästet wird).

Der Aufenthalt in den Short Term Holdings hat nichts mehr mit einem Leben als Mustang in der Wildnis zu tun. Die Familien werden separiert, Stuten trennt man von Hengsten, diese wiederum werden kastriert. Fohlen setzt man im Alter von 3-5 Monaten von den Stuten ab und trennt sie damit erheblich früher von ihren Müttern, als es in der Wildnis der Fall ist. 

Dazu kommt, das der Begriff „Short Term“ zu Fehlinterpretationen führen kann. Oft bleiben die Tiere dort für Jahre. Erst danach werden sie in die sogenannten Long Term Holdings gebracht, welche nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

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Vorwurf Nr. 3: Seit 1971 reduzierte das BLM illegal oder unsachgemäß mehr als 20 Millionen Acres (von 53,8 Millionen Acres auf 31,6 Millionen Acres), auf denen wilde Pferde und Esel lebten.
Antwort BLM: Diese Behauptung ist falsch. Unter dem 1971 "Wild Free Roaming Horse and Burro Act", wurde keine bestimmte Menge an Fläche reduziert, die für die ausschließliche Verwendung von wilden Pferden und Eseln vorgesehen war. Das Gesetz leitete das BLM dazu an, Gebiete zu definieren, auf denen sich Pferde und Esel aufhielten und sie so zu verwalten, dass die Aufrechterhaltung eines florierenden natürlichen ökologischen Gleichgewichts auf den öffentlichen Ländereien sicher gestellt wurde.

Der Act § 1339 legte zusätzlich fest, dass "nichts in diesem Gesetz so auszulegen ist, was die Verantwortlichen dazu ermächtigen könnte, wilde freilaufende Pferde oder Esel, auf Flächen von öffentlichen Ländereien umzusiedeln, wo sie gegenwärtig nicht existieren."

Von den 22,2 Millionen Acres, die nicht mehr für wilde Pferde und Esel verwaltet werden, standen 6,7 Millionen Acres nie unter BLM-Management. Die anderen 15,5 Millionen Acres Land unter BLM-Management, erfuhren folgende Verfahren:

  • 48,6 % (7.522.100 Acres) wurden vermischtes ("Schachbrett") Landeigentum oder Bereiche, in denen Wasser nicht im Besitz oder unter der Kontrolle des BLM stand. Somit wurde das Management dieser Flächen für das BLM unmöglich.
  • 13,5 % (2.091.709 Acres) waren Eigentum vom BLM, das auf andere Institutionen (auf Bundes- und Landesebene) übertragen wurde, aufgrund von Gesetzgebung oder durch Austausch.
  • 10,6 % (1.645.758 Acres) waren Gebiete, die im erheblichen Konflikt mit anderen Ressourcenwerten standen (z.B. die Notwendigkeit, Lebensraum für Wüstenschildkröten zu zschützen)
  • 9,7 % (1.512.179 Acres) waren Ländereien, von denen Wildpferde und -esel aufgrund von Gerichtsentscheidungen entfernt wurden. Gründe: Stadterweiterung; Abzäunen von Straßen (Habitat-fragmentierung) und Abzug von Land im allgemeinen.
  • 9,6 % (1.485.068 Acres) waren Ländereien, auf denen keine BLM Tiere, zum Zeitpunkt des in Krafttreten des Gesetzes von 1971, vorhanden waren oder Orte, wo alle Tiere als Privateigentum beansprucht wurden. Diese Flächen (In Future Land-Use Plans) werden vom BLM als Gebiete betrachtet, die niemals für Wildpferde und -esel vorgesehen waren. Somit werden sie von den, vom BLM zu verwaltenden Flächen abgezogen.
  • 8,0 % (1.240.894 Acres) waren Gebiete, in denen wichtige Komponente (z. B. Winter-Bereiche) für das Überleben von Wildpferden und -eseln fehlte und somit ungeeignet für die Tiere waren, oder Flächen, auf denen zu wenige Tiere lebten, um ein effektives Management zu ermöglichen. (Stand 25. Juli 2011)

Reaktion Wild Horse Education: Das BLM wurde durch das "Wild Free Roaming Horse and Burro" Gesetz 1971, verpflichtet, die „Aufrechterhaltung eines florierenden natürlichen ökologischen Gleichgewichts, auf den öffentlichen Ländereien, sicher zu stellen“. Der Act § 1339 legte zusätzlich fest, dass "nichts in diesem Gesetz so auszulegen ist, was die Verantwortlichen dazu ermächtigen könnte, wilde freilaufende Pferde oder Esel, auf Flächen von öffentlichen Ländereien umzusiedeln, wo sie gegenwärtig nicht existieren."

Dem BLM wurde eine Übergangszeit von 1971-1974 gewährt, in der der Bestand und Grenzlinien in sogenannte „HMA“ -Herd Management Areas festgelegt werden sollten. Während dieser Zeit wurde der Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben, Ansprüche auf Privateigentum geltend zu machen. Es wurden Interviews gegeben, in denen Menschen behaupteten, dass Pferde von Flächen entfernt oder erschossen wurden. Diese Methoden wurden als „Werkzeug“ benutzt, um zu verhindern, dass Pferde auf bestimmten Flächen gefunden wurden.

Zudem wurden Grenzen um Gebiete festgelegt, die keiner wissenschaftlichen Vorgehensweise folgten. Mit anderen Worten: Grenzen wurden dort gezogen, wo zu jenem Zeitpunkt Pferde zu sehen waren. Allerdings wurde außer Acht gelassen, dass Pferde, abhängig von den Jahreszeiten, umherziehen müssen, um zu überleben. (Hinweis: bei allen, auf öffentlichen Ländereien lebenden Wildtierarten, wurde der jahreszeitabhängige Lebensraum identifiziert – bei Wildpferden und -eseln nicht.)

Das Ergebnis solch willkürlicher gezogener Grenzen ist ein Managementalptraum. Somit existieren Wildpferde und -esel zum Teil auf Flächen, die nicht zu allen Jahreszeiten Wasser führen. Dieser Umstand führt zu einem wiederkehrenden Muster, in dem Pferde, die vom Menschen gesetzten Grenzen überschreiten, um beispielsweise Wasser zu finden. Damit betreten die Tiere Gebiete, die nicht vom BLM gemanagt werden. Somit befinden sie sich „illegal“ auf ihnen nicht zustehenden Flächen.

Anstatt derartige Fehler im Management von Wildpferden zu korrigieren, wird stattdessen den betroffenen Gebieten ihr „Wildpferdestatus“ aberkannt.

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Vorwurf Nr.4: Das BLM Management von Wildpferdeherden führt zum Aussterben der Tiere
Antwort BLM: Dieser Vorwurf ist offenkundig falsch. Der aktuelle „On-The-Range“ - Bestand von wilden Pferden und Eseln (ca. 37.300) ist größer als die Anzahl freier Tiere im Jahr 1971 (ca. 25.300). Das BLM ist bemüht, ein angemessenes Management-Level von 26 500 wilden Pferden und Eseln auf westlichenm Öffentlichkeits-Weideland zu erreichen. Das sind fast 11 000 Tiere weniger als aktuell in der Wildnis leben. Zudem überwacht das BLM aktiv den genetischen Status der Tiere, indem es entsprechende Proben, Dr. Gus Cothran von der Texas A & M University zukommen lässt. Dr. Cothran erstellt für das BLM Berichte über jede Probe und erteilt Empfehlungen für bestimmte Herden.

Reaktion Wild Horse Education: Im Jahr 1971 identifizierte man 303 Herden bzw. bezeichnete sie als sogenannte „Herd- Management-Areas“, auf denen Wildpferde und -esel lebten. Aktuell gibt es 179 Herd Management Areas (HMA), die vom BLM verwaltet werden. Wenn man von diesen die Flächen abzieht, auf denen keine Tiere - oder Bestände unter 10 Tieren leben, managt das BLM nur noch 165 HMA´s.

Von diesen tatsächlich verwalteten 165 Herden, existieren 105 unter dem Status, den das BLM als „angemessen“ (AML – Appropriate Management Level) bezeichnet. Pro Herde sind das damit weniger als 100 Tiere. Dr. Cothran, der vom BLM als Fachmann in diesem Bereich zu Rate gezogen wird, hat wiederholt ausgedrückt, dass eine genetisch lebensfähige Population aus 100 – 130 erwachsenen Tieren bestehen muss. Nur 14 Herd Management Areas insgesamt führen heute Herden über 200 Tiere. 

Das BLM erklärt, dass, sollte die genetische Vielfalt innerhalb der Herden sinken, neue Tiere in die Bestände integriert werden können. Diese Aussage erweist sich aus zwei Gründen als unsachgemäß.

  • 1) Jede Herde ist mit ihrem ursprünglichen Lebensraum verbunden und weist einzigartige genetische Komponente auf. Durch das Hinzufügen fremder Tiere läuft somit der Genpool Gefahr, verwässert, wenn nicht zerstört, zu werden.
  • 2) Durch das Entfernen und Auseinanderreißen vieler Herden geriet deren einst stabiler Genpool ins Wanken. Eine derartige Instabilität kann nicht durch das Zutun einiger Hengste behoben werden.

Tritt durch das Reduzieren der Tiere innerhalb der Herden zudem Inzucht auf, fördert diese die Bildung von Anomalien. Selbst mit der Einführung von neuem genetischen „Material“, können diese nicht behoben werden. Die funktionierende Struktur der Herde ist dann zerstört. Somit ist die Aussage berechtigt, dass genetische Instabilität der erste Schritt zur Auslöschung der Herden ist.

1971 wurde der "Wild and Free-Roaming Horses and Burros Act" (WFRHBA) von Präsident Nixon unterzeichnet, da die wilden Pferde und Esel (O-Ton) „schnell aus der amerikanischen Landschaft verschwinden“. Anders ausgedrückt, deklarierten Kongress Beauftragte die Tiere somit in einem Gesetz, als integraler Bestandteil des Landes. 
Das BLM formuliert nun das Ziel, die Zahl der noch verbliebenen Wildpferde und -esel in der Wildnis auf 26 500 zu reduzieren. 1971 waren es ca. 25 300 Tiere, deren Verschwinden Grund zur Beunruhigung gab und den Kongress veranlasste, ein Gesetz zum Schutz der Mustangs und Wildesel zu unterzeichnen. Wenn also ein Bestand von 25 300 Tieren 1971 den Kongress zur Sorge mahnte, wieso will dann das BLM heute die Bestände auf 26 500 Tiere reduzieren?

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Vorwurf Nr. 5: Die BLM entfernt Wildpferde, um Platz für mehr Viehweiden auf öffentlichen Ländereien zu schaffen
Antwort BLM: Diese Behauptung ist völlig falsch. Die Beseitigung der wilden Pferde und Esel auf öffentlichem Weideland wird durchgeführt, um die Gesunderhaltung des Landes zu gewährleisten, in Übereinstimmung mit Bebauungsplänen, die in einem offenen und öffentlichen Prozess entwickelt werden. Diese Bebauungspläne sind die Mittel, mit denen das BLM seine Kernaufgabe durchführt, nämlich das Land für verschiedene Zwecke zu verwalten und seine Ressourcen zu schützen.

Die Beweidung von Vieh, auf vom BLM verwalteten Flächen, ist seit 1971 (als der "Wild Free-Roaming Horse and Burro Act" in Kraft trat) um mehr als 30 % (von 12, 1 Millionen AUMs (Animal Unit Months) auf 8,3 Millionen AUMs in 2011) gesunken.

Reaktion Wild Horse Education: Die Kernaussage dieser Erklärung ist, dass das BLM nicht nur Wildpferde und -esel entfernt, um mehr Platz für die Beweidung von Vieh zur Verfügung stellen zu können, sondern auch öffentliches Land für private Profitinteressen anbietet.

Gewinnorientierte Interessen beschränken sich nicht nur auf landwirtschaftliche Nutztiere. Insgesamt handelt es sich um Vieh, Öl und Gas, Gold und Silber Abbau-, Geothermie-Projekte usw., inklusive der Jagd. Für eine derartige Nutzung sind Genehmigungen der Behörde erforderlich. Diese Bevollmächtigungen werden Besitzern von Privatland erteilt. So zB wird die Anzahl der Tiere, die diesen Genehmigungen zugeordnet ist, als „Recht“ der Landbesitzer angesehen. Das heißt, sie dürfen ihre „Ansprüche“ geltend machen. Jegliche Beschränkung oder Reduzierung von Rindern oder Schafen, wird deshalb als eine Verletzung der Rechte von Landbesitzern angesehen. Die meisten dieser Genehmigungen wurden auf der Basis historischer Nutzungsrechte erteilt und nicht auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Auswirkungen auf das Land dokumentieren.

Mehr als 60 % der öffentlichen Gebiete sind heute für die Beweidung von Vieh offen. Im Vergleich: Nur 10 % des BLM-Landes ist derzeit für wilde Pferde und Esel freigegeben. Aber auch innerhalb dieser Herd Management Areas (HMAs) darf das Land zur Beweidung von Vieh genutzt werden. Somit stehen Wildtieren, inklusive Mustangs und Wildesel, häufig weniger als 10 % an Futterflächen zur Verfügung. Oft wird deshalb die Anzahl wilder Pferde und -esel derartig reduziert, dass nicht mehr von genetisch gesunden Populationen ausgegangen werden kann. 
Die Anzahl der Rinder, die, nach dem Entfernen der Mustangs und Burros, auf den Flächen weiden, ist wiederum um ein Vielfaches größer, als die der Wildpferde, welche angeblich dem Land durch ihre Überpopulation Schaden zufügen.

Mit Wildpferden und -eseln, die frei auf öffentlichen Ländereien leben, lässt sich kein Geld verdienen. Einmal aber von den Flächen vertrieben und in die Holding Facilities des BLM gebracht, erzeugen die Tiere dort, bedingt durch die momentane Lagerverwaltung dieser Anlagen, Einkünfte.

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Vorwurf Nr.6: Dem BLM fehlt die rechtliche Befugnis, Tiere aus Herden mit zu großer Anzahl, einzufangen oder dabei Hubschrauber zu verwenden
Reaktion BLM: Diese Behauptung ist falsch. § 1333 des 1971 in Kraft getretenen "Wild Free-Roaming-Horse and Burro Acts" schreibt vor, dass - sofern der Innenminister, auf der Grundlage aller, derzeit ihm verfügbaren Informationen festlegt, dass eine Überpopulation auf einem bestimmten Gebiet der öffentlichen Ländereien existiert, welche Maßnahmen erfordert, überschüssige Tiere zu entfernen - er unverzüglich diese Tiere aus dem Bereich entfernen muss, um ein angemessenes Management-Level zu erreichen. § 1338 des Gesetzes ermächtigt das BLM, Hubschrauber und motorisierte Fahrzeuge im Management wilder Pferde und Esel einzusetzen.

Reaktion Wild Horse Education: 1959 wurde ein Gesetz auf staatlicher Ebene in Nevada erlassen, das den Einsatz von Flugzeugen und motorisierten Fahrzeugen verbot. 1974 wurde das Gesetz geändert, um den Einsatz von Hubschraubern auf Bundesflächen einzubinden. Sich auf die Staatsgewalt zu berufen, eröffnet eine Diskussion über die angemessene und rechtmäßige Nutzung dieser Befugnisse, welche der Behörde zur Verfügung stehen. Dass eine Überpopulation an Tieren besteht, wird oft behauptet, ist aber nicht immer bewiesen. Diese Behauptung basiert auf der Grundlage, des vom BLM festgelegten „angemessenen Management Levels (AML)“, das einen gesunden genetischen Tierbestand nicht erlaubt. Somit kann die Gültigkeit dieser Aussagen in Frage gestellt werden, deren Folgen nicht im Sinne des Gesetzes sind.

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