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Das Verschwinden der Pferde von der Sheldon National Wildlife Refuge

2013-09-23 12:23

Wild Horse Advocates reichen rechtliche Schritte gegen die Vorgänge im Sheldon Wildlife Refuge (NWR) /Nevada beim Bundesgericht ein. 
Die Gründe: NWR versagt in seiner Politik, die von diesem Gebiet entfernten Wildpferde vor der Schlachtung zu bewahren, als auch der Allgemeinheit Zugang zu den Pferden zu gewähren. (Note: Wildpferde und -esel sind auf öffentlichen US-Ländereien (Public-Lands) durch den „Free Roaming Wild Horse and Burro Act“ gesetzlich geschützt, ebenso ist der Allgemeinheit, festgelegt durch den „First Amendment“, Zugang zu den Tieren zu gewähren, um sich sowohl ein Bild vor Ort machen zu können als auch die Möglichkeit zu erhalten, Wildpferde und -esel zu adoptieren.
Die staatliche Behörde Fish- and Wildlife Service (FWS), ein Geschäftsbereich der DOI (Department of Interior), verwaltet Sheldon Wildlife Refuge und ist somit auch für den Schutz seiner Wildpferde verantwortlich.)

sheldon day3Im September 2013 wurden 400 Wildpferde bei einem Round-up von der Sheldon National Wildlife Refuge entfernt. Die Tiere bleiben die nächsten 30 Tage in Gefangenschaft, inzwischen laufen die Vorbereitungen, wie mit ihnen weiter verfahren werden soll.
Sheldon erklärt, in Dokumenten bezüglich der Removals (Entfernen von Wildpferdeherden von öffentlichen Ländereien), der Öffentlichkeit, dass sie den eingefangen Wildpferden ihren Schutz zusichern und die Tiere nicht an Killbuyer und damit an Schlachthäuser verkaufen. Desweiteren soll die Vermittlung der Tiere durch Sheldons Adoptions Agents verfolgt werden.

Doch die Dinge liefen anders. Mittlerweile fand Nebenklägerin Bonnie Kohleriter heraus, dass Wildpferde von der Sheldon Wildlife Refuge nach wie vor an Killbyer verkauft wurden. Kohleriters Informationen führten zu einer Untersuchung durch das NWR, vertreten durch Brian Day - Manager und John Kasbohm - Programm Director der Sheldon Wildlife Refuge.

Die Untersuchung bestätigte den Verdacht: Stan Palmer, Mittelsmann der J & S Associates of Mississippi, hatte in der Vergangenheit Wildpferde aufgekauft, die nachweislich beim Schlachter landeten. Allerdings, und trotz dieser Untersuchungen sowie entgegen aller gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Tiere, plant Sheldon National Wildlife Refuge, rund 250 Wildpferde an die J & S Associates zu verkaufen. Dafür sollen Gelder der US-Steuerzahler verwendet werden - im Einzelnen will das NWR, Palmer pro Tier 1000 US-Dollar zahlen.

Laura Leigh, Präsidentin und Gründerin der Organisation Wild Horse Education, reichte, zusammen mit anderen WH-Advocates, Klage ein. Es ist nicht das erste Mal, dass die engagierte Frau sich gegen die Vorgänge auf der Sheldon Wildlife Refuge wehrt. In den letzten zehn Jahren verfolgte sie die Geschehnisse vor Ort und setzte sich für das Fortbestehen der dort lebenden Wildpferde ein. Bereits 2009 unternahm sie gerichtliche Schritte, die den Verkauf dieser Pferde an Schlachter bzw Killbuyer stoppen sollten.

Laut Wild Horse Education versucht Sheldon Wildlife Refuge seine Aktivitäten, bezüglich der Wildpferde und -esel, der Öffentlichkeit vorzuenthalten.
So wurden im Jahr 2010 Wildpferde zusammengetrieben und eingefangen, ohne die Allgemeinheit davon in Kenntnis zu setzen. Weiterhin gewährte man der Öffentlichkeit, zwischen 2010 und 2012, keine Beobachtungsmöglichkeit, um die stattfindenden Round-ups zu verfolgen. 2013 konnten weitere Round-ups nur deshalb dokumentiert werden, weil Wild Horse Education Anwalt Gordon Cowhan in Namen seiner Kläger handelte.

Leigh äußert sich dazu wie folgt: „Die Beobachtungsmöglichkeiten auf Sheldon sind minimal. Es gibt weder eine Chance den Zustand der Tiere bei den Fallen zu beurteilen noch einen Weg, um beispielsweise über die Konditionen einzelner Tiere in den Holding-Facilities berichten zu können. Mit all dieser Geheimhaltung auf Sheldon schüttelt es mich, denke ich nur an den Verbleib der in diesem Jahr eingefangenen 400 Tiere. Es ist gut möglich, dass selbst das letzte Wildpferd der Sheldon Wildlife Refuge verschwindet – ohne das wir wissen, was mit ihm geschah. Es ist eine Amerikanische Schande.“

Aktuell wird eine einstweilige Verfügung angestrebt, die sowohl den Transport der Tiere aus diesem Gebiet verhindern soll, als auch Zugang zu den Pferden gewährt, der es erlaubt, die aktuelle Situation zu dokumentieren.

„Es gibt viele Möglichkeiten, die ergriffen werden könnten“, erklärt Leigh, „einschließlich weniger Round-ups, um den Pferden eine geeignete Platzierung zu ermöglichen. Momentan liegt die Abfohlrate der Stuten auf Sheldon bei ganzen 5%. Zu verdanken ist dieses Ergebnis permanenten Sterilisationspraktiken der vergangenen Jahre.“
Und: „Es ist eine Schande, dass Sheldon nur die Möglichkeit der absoluten Vernichtung in Betracht zieht, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken, die ein Verlust von Wildpferden nach sich zieht.
Wir werden auch weiterhin alle Möglichkeiten ausloten, um eine akzeptable Lösung zu finden, aber es war klar, dass wir keine andere Wahl hatten, als Rechtsstreitigkeiten einzureichen.“

 

Quellen sowie weitere Informationen: Wild Horse Education 
Zusätzlich bietet die American Wild Horse Preservation Campaign Unterstützung in Form von Petionen an.

 

 

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