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Wildpferde auf Schlachtauktion – Richterin greift ein

2013-08-17 13:44

Eine Richterin des Bundesgerichts in Reno/Nevada, erteilte, aufgrund der Klagen von Wildpferdeschützern, eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf von vermeintlichen Wildpferden, bei der morgen stattfindenden Schlachtviehauktion in Fallon/Nevada.

Verschiedene, im Schutz des Amerikanischen Wildpferdes involvierte Gruppen, forderten den Stopp des Verkaufs von Pferden ohne Brandzeichen, die am letzten Wochenende sowohl von öffentlichen Ländereien als auch von Gebieten zusammen getrieben wurden, welche sich im Besitz des Fort McDermitt Paiute Shoshone Stammes befinden. Es ist anzunehmen, dass diese Pferde keine domestizierten Tiere sind, sondern Mustangs, die sich zum Zeitpunkt des Round-ups auf Stammesgebiet aufhielten. Grund der Sorge ist das fehlende Brandzeichen, das die Herkunft der Tiere identifizieren kann.

Da in der Nähe des Fort McDermitt Paiute Shoshone Stammesgebiets sich der vom BLM kontrollierte Little Owyhee Herd Management Bereich befindet, ist zu vermuten, dass staatlich geschützte Wildpferde die Grenzen der Flächen überschritten haben und sich nun illegal in Gewahrsam befinden. Die fraglichen Pferde wurden vom Fort McDermitt Paiute Shoshone Stamm eingefangen, der dafür zuvor die Genehmigung vom U.S. Forest Service und dem Bureau of Landmanagement (BLM) erhalten hatte.
Aktuell befinden sich insgesamt rund 500 Pferde in den Ausläufen des Auktionsgeländes.

In Reaktion auf die Klage der Firma Meyer Glitzenstein & Crystal, vertreten durch Anwalt Gordon B. Cowan und im Auftrag von der American Wild Horse Preservation Campaign, Return to Freedom, The Cloud Foundation, The Western Watersheds Project und WH-Advocate Laura Leigh von Wild Horse Education, stellte U.S. District Richterin Miranda M.Du folgendes fest:

„Die KlägerInnen warfen ernstzunehmende Fragen auf, ob Wildpferde ungerechtfertigt zwischen dem 11. und 13. August 2013 eingefangen wurden. Die KlägerInnen wiesen auf die unmittelbare Bedrohung eines nicht wiedergutzumachenden Schadens hin, sollte die gegenwärtige Situation – der Verkauf von Wildpferden und ihre mögliche Schlachtung - unverändert bleiben.
Dem öffentlichen Interesse wird entsprochen, wenn der Gerichtshof Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass Wildpferde nicht ungerechtfertigt entfernt, versteigert und womöglich geschlachtet werden.“

Somit verbietet die einstweilige Verfügung den Verkauf aller ungebrannten Pferde bei der morgen stattfindenden Auktion bis zur nächsten Anhörung, die für den 21. August anberaumt ist.

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„Richterin Du ist für das eingetreten, was die Bundesregierung verweigerte: zu verhindern, dass gesetzlich geschützte Wildpferde bei einer Schlachtauktion verkauft werden“, sagt Suzanne Roy, Direktorin der American Wild Horse Preservation Campaign.
„Wir sind dankbar für die Entscheidung des Gerichts, aber nach wie vor erschüttert, dass die Bundesregierung Teil dieses schmutzigen Unterfangens ist, welches hunderte von Pferden in die Schlachthöfe nach Kanada und Mexiko schickt.“

Ellie Phipps Price, American Wild Horse Preservation Campaign Unterstützerin und Besitzerin des renommierten Durell Weinguts in Sonoma, Californien, äußert sich wie folgt: „Ähnlich den rund 170 Pferden, die ich bei einer Viehauktion vor drei Jahren gekauft habe, ist es auch hier der Fall, dass sich unter den Tieren viele Wildpferde befinden, die von staatlichen Ländereien entfernt wurden. Ihnen wird der gesetzlich garantierte Schutz verwehrt, den der Wild Free Roaming Horses and Burro Act vorschreibt.“

„Wir wollen, dass verstanden wird, wie wilde Pferde durch die listenreiche Verhandlungen zwischen Bundesregierung und dem Stamm kompromittiert werden“, sagt Neda DeMayo, Präsidentin der Organisation Return to Freedom.
„Es ist die rechtliche Verantwortung des Forest Service und des BLM, Wildpferde auf unseren öffentlichen Flächen zu erhalten und zu beschützen. Sollten sich wilde Pferde außerhalb der so genannten Herd Management Bereiche aufhalten, muss es Anliegen dieser Einrichtungen sein, die Tiere auf die ihnen zustehenden Flächen zurück zu bringen und nicht versteckten Kuhhandel zu betreiben, der für die Pferde eine Reise ins Schlachthaus bedeutet.“

Laura Leigh, Präsidentin und Gründerin von Wild Horse Education sagt abschließend:
„Manchmal ist der Kampf um unsere Wildpferde schwierig und komplex. Aber diese Entscheidung hat gezeigt, dass, wenn wir alle zusammen arbeiten, wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen können.
Ich bin stolz, Teil dieser Bemühungen zu sein. Zusammen ist es möglich, den Amerikanischen Mustang auf unseren öffentlichen Ländereien zu beschützen und zu erhalten.“

Quelle: Wild Horse Education

Dem hinzuzufügen bleibt allerdings, dass dies eine temporäre Entscheidung ist. Noch ist unklar, wie mit den Mustangs weiter verfahren wird.
Weiterhin sollen nach wie vor alle Pferde, die mit einem Brand gekennzeichnet sind, auf der Auktion versteigert werden. WH-Advocates bedauern, dass es keine gesetzlichen Mittel gibt, auch diese Tiere vor der Schlachtung zu bewahren.
Warum der Fort McDermitt Paiute Shoshone Stamm solche Maßnahmen ergreift und die Pferde verkaufen will oder muss, ist zumindest TheMustang bisher unbekannt.

 

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